DB Fahrpreisnacherhebung Widerspruch

By | 2. August 2014

deutsche-bahn-verspaetungFahrpreisnacherhebung Widerspruch – Die Story

Wie ich als sehr treuer Bahnkunde in eine missliche Lage geraten bin und die Bahn keine Gnade bei meinem Widerspruch zur Fahrpreisnacherhebung zeigte.

Bei einer Reise von Hamburg über Stuttgart nach Schwäbisch Hall kam ich in eine ungünstige Situation. Ich fuhr mit einem 26EUR Ticket von Ltur von Hamburg nach Stuttgart. Von dort wollte ich dann ein normales Ticket mit Bahncard50 Rabatt buchen.

Der ICE aus Hamburg hatte einige Minuten Verspätung. Da ich mir nicht sicher war ob ich den Anschlusszug bekommen würde, buchte ich zunächst kein Ticket über die Bahn-App (ok, hier muss ich mein Unwissen zugeben, dass die Tickets NICHT zuggebunden sind und ich auch noch einen späteren Zug hätte nehmen können. Das wusste ich nicht.). Ich kam auf Gleis 15 an und musste zu Gleis 5. Also war dies aufgrund der beachtlichen Strecke (mit Gepäck), der Tatsache, dass ich ganz am Ende des Gleises aus dem Zug stieg und dass ich nur wenige Minuten (aufgrund der Verspätung) Zeit hatte, eine gewisse Herausforderung. Ich bin aber jung und sportlich. Deshalb habe ich es geschafft den Anschlusszug zu bekommen. Ohne Ticket. Dieses wollte ich per Bahn-App buchen. Diesen Vorgang leitete ich dann auch direkt ein. Ich kam sogar bis zum “Ticket kaufen” Button ehe nach der Bestätigung eine Meldung auftauchte, dass eine Buchung nur bis 3 Minuten vor Fahrtantritt per App möglich sei. Ok. Problem.

Und jetzt? Die Türen fielen wie auf Kommando zu. Ich, der Übeltäter wird nun abkassiert. Aber ganz so einfach wollte ich mich nicht geschlagen geben. Ich vertraute also auf meine Mitmenschen und ließ mein Gepäck unbeaufsichtigt an meinem Platz. Machte mich dann auf die Suche nach der oder dem SchaffnerIn. Es war eine Dame mittleren Alters. An einer Station erwischte ich sie nämlich. Doch meine Zuversicht schwand binnen von Sekunden.

“Hier sind überall Schilder auf denen steht, dass ein Betreten ohne Fahrschein nicht gestattet ist.”
“Ja, das stimmt. Leider hatte mein anderer Zug Verspätung und über die App ging es nicht mehr. Kann ich nicht einfach den Betrag bei Ihnen begleichen?”
“Nein, das geht nicht. Ich muss Ihnen eine Fahrpreisnacherhebung ausstellen.”
“Ich habe aber schon einmal im Zug den Fahrpreis bezahlt.”
“Das geht nicht. Sie haben kein Ticket. Sie können aber einen Widerruf per Post erheben.”

Ich gab auf. Mit dem Gedanken der “Widerruf-Möglichkeit” auf die Fahrpreisnacherhebung gab ich der Schaffnerin meinen Personalausweis.

Am nächsten Tag formulierte ich direkt ein Widerspruch-Schreiben in dem ich meine Sicht der Dinge schilderte. Unter anderem mit dem Hinweis, dass ich ein treuer Bahnkunde bin, mit Verweis auf meine Kundennummer. Außerdem, dass ich die Schaffnerin direkt aufgesucht habe und mich nicht versteckt hätte. Diesen Brief verschickte ich per Post an die benannte Adresse (siehe unten). Abwarten. Es kam tatsächlich eine Antwort. Warum auch nicht? Leider negativ. Keine Fahrkarte, auf Treue könne man nicht achten…blabla. Also unternahm ich einen Versuch per Telefon die Angelegenheit der Fahrpreisnacherhebung zu klären. Die ungeduldige Dame erläuterte mir die gleichen Dinge wie aus dem Brief.

“Können wir uns nicht einigen, dass ich wenigstens die 50% auf den Fahrpreis bekomme?”
“Nein, das geht nicht. Wir können darauf keine Rücksicht mehr nehmen.”
“Aber ich bin doch treuer Bahnkunde, da muss doch was zu machen sein. Ich habe mich nirgendwo eingeschlossen um unentdeckt zu bleiben, sondern bin direkt zur Schaffnerin gegangen.”

Ab hier wird der Ton pampig.

“Das können wir nicht berücksichtigen. Bis wann zahlen Sie den Betrag?”
Meine Gedanken: “Hä? Was?? Bis wann ich den bezahle??? DU kannst den bezahlen.”
Meine Worte: “Wie? Bis wann zahle ich den Betrag? Da steht doch ein Datum drauf bis wann?!”
“Ja, bis wann bezahlen Sie die Nacherhebung?”
“Bis zum Datum. Oder, nee bis Dezember.”
“Äähh nein, Sie zahlen den Betrag sofort!! Ich denke es ist alles geklärt und wir beenden das Gespräch am Besten.”

Dann folgten (obwohl ich von dieser sehr seltsamen Frage auf 180 war) beschwichtigende Worte meinerseits. Die junge Dame könne ja nun auch nichts dafür, dass sie nichts machen könne, dass die Vorgaben von oben kommen und Sie das Ventil für sicherliche viele Kunden sei. Sie war immer noch pampig und wir verabschiedeten uns. Leider nicht mit dem Ergebnis vor Augen wie von mir erhofft.

Ein weiteres Schreiben an meine Brieffreundin von der Bahn beantwortete Sie mit einem noch kürzerem (aber keineswegs weniger abweisenderenden) Antwortbrief wie der erste.

Verloren. Zahltag.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass man in solchen Situationen sehr viel Glück mit dem Zugpersonal haben muss. Alle Schritte nach der ausgestellten Fahrpreisnacherhebung sind vergebene Lebensmühe. Jedoch würde ich jedes Mal wieder so vorgehen. Deshalb gebe ich Ihnen noch einige Informationen zu der Fahrpreisnacherhebung mit.

Nachtrag vom 10.08.2014:
Gerade vorgestern bin ich mit der Bahn gefahren. Da war ein junges Mädchen welches eingestiegen ist, ihren Bruder auf einen Sitz verfrachtet hat und losgezogen ist um den Schaffner aufzusuchen. Kein Ticket. Nach ein paar Minuten kam sie zurück. Nach zehn Minuten der Schaffner. Dieser stellte den beiden ohne Probleme ein Ticket aus. Laut “meiner” Schaffnerin würde sowas ja nicht gehen. Ok.

Fahrpreisnacherhebung Widerspruch einlegen

Widerspruch per Post
DB Vertrieb GmbH
Fahrpreisnacherhebung
76518 Baden-Baden

Per Email
https://www.db-fahrpreisnacherhebung.de/emailservice/reklamationen/index.html

Per Telefon
07221-92351000

Fahrpreisnacherhebung weitere Infos
http://db-fahrpreisnacherhebung.de/

Interessante Tipps

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Bildrechte: Rike / pixelio.de

2 thoughts on “DB Fahrpreisnacherhebung Widerspruch

  1. Gholami

    Sehr geehrte Damen und herren , hiemit möchte ich ihnen mitteilen das ich am 9.01.16 um 17:19 Von Düsseldorf nach Köln Fahren Wollte und Vor dem Einstieg Versucht habe aus dem ticketautomaten ticket zukaufen. Aber das automat hat Meine 50€ schein nicht angekommen , wie ich Es zweimal Versucht habe. Ich hatte Es eilig und bin Dann schnell Zum zug gelaufen , weil ich mein zug nicht verpassen wolllte . Als der kontrollör in den zug einstieg , bin ich ihm sofort zugelaufen und habe ihm mein geld gezeigt und die situation geschildert. Anschliessend hat er mir den fahrpreisnacherhebung zettel ausgedruckt . Dann mir gesagt Das ich ihnen per email die situation auch innerhalb 14 tagen schildern soll.
    Somit teile ich ihnen erstens mit das ich mir immer für Jede fahrt bis her einen ticket besorgt habe und zweitens sowas nicht mit absicht absolviert habe. als Fahrgast hat man das recht in Deutschland sich zu äussern.
    Ich sehe nicht ein diesen 60,00€ betrag zuzahlen und finde Es nicht fair. Deshalb bitte ich sie um dies zu bearbeiten.

    Für ihre bemühungen danke ich Im voraus.

    Mit freundlichen Grüßen gholami

    1. service Post author

      Hallo,

      deinen Ärger kann ich verstehen! Die Schaffner haben oft keine andere Möglichkeit, jedoch solltest du den Einspruch an die im Artikel aufgeführten Stellen weiterleiten.

      Diese Seite dient lediglich dazu, darüber zu informieren über welche Wege du am besten Reklamationen an die Bahn senden kannst. Im Artikel stehen einige Möglichkeiten, wie du dich mit der Bahn in Verbindung setzen kannst. Darauf wird dann auch schnell reagiert.

      Diese Anfrage wird nicht weitergeleitet und nicht bearbeitet.

      Danke und viele Grüße
      Paul

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